Ich schäme mich
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Ich schäme mich…

für den Typen, der mir über den Supermarkt-Parkplatz hinterher gebrüllt hat: “Was für ein fetter Arsch!”

Ich schäme mich für den Typ, weil

  • Er nicht die Eier hatte, mir das ins Gesicht zu sagen.
  • Er anscheinend nicht besonders viel Respekt vor anderen hat.
  • Er vergisst, dass ein Mensch mit “so einem fetten Arsch” ihm mal das Leben retten wird.
  • Er nicht reflektiert über seine Worte nachdenkt und nicht die geringste Ahnung hat, was seine Worte auslösen.

Ich danke dem Typ, weil

  • Er mich nach über 10 Monaten Blogpause dazu gebracht hat, wieder zu schreiben.
  • Ich dadurch wieder gelernt habe, wie ich auf solche Worte reagiere

Mut und Wut

Ich muss ja ehrlich zugeben, dass der Typ wirklich Glück hatte, dass er sich nach seinem ach so schlauen Spruch um die Ecke verkrümelt hat und ich ihn nicht gleich ausmachen konnte. Du fragst dich warum? Ganz einfach, weil ich solche Leute mittlerweile zur Rede stelle: Ich frage sie, wie sie heißen und warum sie sowas sagen. Damit rechnet nämlich meist niemand. Viele Menschen, die genau wie ich dick sind, schämen sich in solch einer Situation. Aber sie schämen sich nicht über die Unerhörtheit, die Ihnen gerade wiederfahren ist, NEIN! Sie schämen sich über sich selbst. Und das finde ich so furchtbar traurig! Denn der Einzige, der sich schämen sollte ist der, der diesen Spruch vom Stapel gelassen hat. Mich macht sowas wütend und glaub mir, ich wurde schon als “fettes Geschwür” und andere unschöne Dinge betitelt.

In solch einer Situation muss ich mich dann immer zusammen nehmen, denn das macht mich immer unheimlich wütend. Und es kostet mich wirklich Mut die Leute dann NUR anzusprechen. Denn ich meine Mut anders als du es dir wahrscheinlich denkst: Andere würden es auch “Contentance” nennen, denn am liebsten würde ich solchen Leuten dann einfach mal gerne eine auf’s Maul hauen! Jetzt kannst du dich fragen, “ja aber dann bist du ja auf demselben Niveau?”

Und genau deshalb kostet mich es Contenance diesen Leuten keine auf’s Maul zu schlagen und sie anzusprechen. Man ich kann dir sagen, die haben so ein Glück, dass ich so ein netter Mensch bin!

Bodyshaming

Leider ebbt der Begriff und die damit verbundenen Gefühle nicht ab. Das finde ich total schade. Denn dass sich Menschen für ihren Körper schämen gibt es in jeder Gewichtsklasse: Da gibt es die (extrem) Dünnen, denen gesagt wird, sie sollen doch “einfach mal ne Stulle mehr essen”, die Normalgewichtigen, die mit Problemzonen kämpfen und die Übergewichtigen, die -wie ich- ganz schön an ihrem Gewicht zu tragen haben.

Ich gebe zu, auch ich bin nicht frei von solchen Gefühlen, meine Pfunde gehen mir doch auch mal auf die Nerven. Das dürfen die auch, denn sonst würde ich nichts ändern. Wer mir aber nicht auf die Nerven gehen darf, das sind so Typen wie der Parkplatz-Heini, der hat nämlich in diesem Fall überhaupt kein Mitspracherecht! Eigentlich müsste für solche Menschen ein “Dumpster-Shaming” aufgemacht werden. Schließlich kann ich mich für den Müll, den der Typ ablässt nur schämen.

Du allein entscheidest, wie du dich fühlst!

Und genau deshalb ist es mir so wichtig, diesen Beitrag hier zu schreiben: Egal ob du dünn, normalgewichtig oder übergewichtig bist: Nur du allein entscheidest darüber, wie du dich fühlst. Denn niemand hat das Recht, dich in irgendeiner Weise nieder oder klein zu machen, nur wegen deiner Figur! Wenn dich deine Figur nervt, dann ist das okay, wenn du daran was ändern möchtest. Aber nur, wenn DU das möchtest!

Mich für ein Foto verrenken? Wieso gleich nochmal?

Was jetzt?

Ich habe nach diesem Vorfall wirklich gedacht: Was kann ich jetzt machen? Und die Antwort kam in meinem Kopf innerhalb einer Millisekunde geschossen: Darüber schreiben! Ich will dir Mut machen, dass du deinen Weg gehst.

Gerne begleite ich dich mit meinem Blog ein Stück und du kannst dir anschauen, was ich so treibe.

Über sich hinauswachsen

Zum Beispiel habe ich dieses Jahr an einem Wochenende über 8 Sporteinheiten absolviert. Im Vorfeld dachte ich echt: Das packe ich nicht, aber es war einer meiner schönsten Wochenenden. Und das zusammen mit anderen, die ich bis dato teilweise gar nicht kannte. Manchmal hatte ich echt Zweifel, aber es war so eine tolle Gruppe, wir haben uns alle gegenseitig motiviert und natürlich war unser Trainer Christian einfach klasse!

Wir haben es aber nicht bei dem Wochenende belassen. Jenny (in der Mitte des Bildes) kam extra aus Heilbronn nach Schwetzingen, um mit uns zu trainieren, zu lachen und hinterher eine Pizza essen zu gehen.

Bei knapp 36°C haben wir 2 Stunden draußen trainiert, wobei mir ungefähr 40 Fußballer auf den Hintern geguckt haben. Die hatten auf der Fläche nebenan nämlich ihr Regional-Derby. Und weißt du was: Ich habe sogar noch mein Shirt hochgeknotet. Nicht weil ich besondere Aufmerksamkeit erregen wollte, sondern weil es einfach so ultra heiß war. Und weißt du noch was? Die Fußballer konnten JEDE Speckrollte sehen! Das war mir aber sowas von wurschd, weil naja, es war halt heiß. Außerdem gab es für uns Tranings-Mädels viel Anerkennung von den Fußball-Herren, die haben sich nämlich in den Schatten verkrümelt.

Jetzt heißt es feiern

Deshalb feiere, dass DU du bist! Oftmals bist du -und auch ich- viel zu streng mit dir selbst. Und genau deshalb wünsche ich dir, dass du dich jetzt selbst feierst und dich darüber freust, dass Du du bist.

Hab es richtig schön!

Deine Anja

P.S.: Möchtest du mehr über mein Training erfahren? Einen Beitrag dazu habe ich hier schon mal verfasst.

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